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Chinesisch für Einsteiger
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Einführung Plus

Die chinesischen Schriftzeichen 
- Bedeutung und Aussprache




Was du in diesem Teil lernst:

• Welche Beziehung zwischen Schriftzeichen und Bedeutung besteht

• Welche Beziehung zwischen Schriftzeichen und Aussprache besteht


Die chinesischen Schriftzeichen bilden ein eigenes faszinierendes Universum. Bilden sie in irgendeiner Form die Realität ab? Sprich: Gibt es im Chinesischen eine logische Verbindung zwischen den Schriftzeichen und ihrer Bedeutung und vielleicht sogar ihrer Aussprache? Oder ist die Verbindung völlig beliebig und muss blind auswendiggelernt werden? In diesem Vertiefungsteil findet ihr Antworten auf diese spannenden Fragen.


(1) Die Beziehung zwischen Zeichen und Bedeutung

Kann man von der Form oder dem Aussehen eines chinesischen Schriftzeichens auf dessen Bedeutung schließen? Ja und nein!

Ursprünglich waren die chinesischen Schriftzeichen nämlich einmal sogenannte Piktogramme, also Symbole, die die Wirklichkeit in vereinfachter Form abbilden sollten. Im Laufe der Jahrtausende haben sich viele der Schriftzeichen allerdings gewandelt und ihren bildlichen Charakter verloren. Außerdem sind mit der Zeit viele neue Schriftzeichen entstanden, die teils aus mehreren anderen Schriftzeichen bzw. aus einzelnen Bestandteilen der bisherigen Zeichen zusammengesetzt wurden.


Von daher kann man heute bei der großen Mehrzahl der chinesischen Zeichen nicht automatisch von der optischen Gestalt auf die inhaltliche Bedeutung schließen!

Doch: Es gibt auch heute noch einige chinesische Schriftzeichen, die sich ihren bildlichen Charakter über die Jahrtausende bewahrt haben. Hier einige Beispiele:


Chinesische Piktogramme:

Baum, Holz


Wald, Wäldchen



Mensch


Menschenmenge, Volk



sich ausruhen

(ein Mensch, der an einem Baum lehnt)


groß

(ein Mensch mit ausgebreiteten Armen)



Bedeutungshinweis durch die sogenannten Signifika

Außerdem enthalten die meisten Schriftzeichen Bestandteile, die zumindest einen groben Hinweis auf seine Bedeutung geben. Diese Bestandteile nennt man „Signifika“.

(Sie werden auch als „Radikale“ bezeichnet; „Radikale“ sind jedoch generell alle grafischen Strukturen, mittels derer man ein Zeichen im Wörterbuch nachschlagen kann, dazu gehören auch sehr einfache Komponenten, die sich aus wenigen Strichen zusammensetzen und keinen Bedeutungshinweis geben.)

Die Signifika im Chinesischen tragen zum Beispiel Bedeutungen wie „Metall“, „Erde“, „Mund“, „Krankheit“ oder „Herz“. 



Beispiel 1:

Viele Verben enthalten zum Beispiel das Signifikum (Radikal), das die Bedeutung „Hand“ trägt, weil Tätigkeiten oft mit der Hand ausgeführt werden. 

扌 = Signifikum/Radikal mit der Bedeutung „Hand“

Kommt vor in folgenden Zeichen:


schlagen


tragen


festhalten


ziehen


suchen


drücken


tauschen


umarmen


Beispiel 2:

Wörter wie „Fluss“, „See“, „Meer“, „Träne“ und „Schweiß“  enthalten das Signifikum/Radikal für „Wasser“.

氵 = Signifikum/Radikal mit der Bedeutung „Wasser“

Kommt vor in folgenden Zeichen:


Fluss


Meer


See


Träne


Schweiß


Leben


Schnaps


Öl


Beispiel 3:

Die Bezeichnungen für Körperteile oder Organe enthalten meist das Radikal für Fleisch. 

月 = Signifikum/Radikal mit der Bedeutung „Fleisch“

Kommt vor in folgenden Zeichen:


Gehirn


Gesicht


Fuß


Knochen


Bein


Zelle


Haut


Taille


Beispiel 4:

Und in den Schriftzeichen für Verben und Adjektive, die Gemütslagen bezeichnen, taucht in der Regel das Herz-Radikal auf.

心 = Signifikum/Radikal mit der Bedeutung „Herz“

Kommt vor in folgenden Zeichen:


hasten/ eilig


boshaft


sich fürchten


traurig/ bedauern


wütend/ zornig sein


fühlen


wünschen


vermissen



(2) Die Beziehung zwischen Zeichen und Aussprache

Kann man von der Gestalt eines chinesischen Schriftzeichens auch auf dessen Aussprache schließen? Auch hier gilt: Ja und nein!

Es ist natürlich nicht so wie bei unseren lautlichen Alphabetschriften, wo in der Regel jeder Buchstabe für einen bestimmten Laut steht und wir durch das Aneinanderreihen und Lesen der einzelnen Buchstaben selbst fremde Wörter direkt aussprechen können.

Denn: Die chinesischen Schriftzeichen symbolisieren keine einzelnen Laute, die zusammengelesen ein Wort ergeben würden, sondern jeweils ganze Silben!


Die gute Nachricht: Das Verhältnis zwischen chinesischen Schriftzeichen und ihrer Aussprache ist trotzdem nicht völlig willkürlich! Viele Zeichen enthalten nämlich Bestandteile, die ihre Aussprache zumindest erahnen lassen bzw. einen entfernten Hinweis darauf geben, wie ein Zeichen gelesen wird.


Und das funktioniert so:


Beispiel 1:


yào

wollen, werden


yāo

Taille

Das Zeichen 要 bedeutet „wollen, werden“ und wird „yào“ ausgesprochen. Fügt man ihm das Radikal 月 für Fleisch hinzu, ergibt sich das Zeichen 腰, was „Taille“ bedeutet. Dieses Zeichen wird „yāo“ gesprochen und damit sehr ähnlich wie der rechte Bestandteil 要. 

Das Fleischradikal 月 gibt hier also einen Bedeutungshinweis, nämlich dass das Zeichen inhaltlich einen Teil des Körpers bezeichnet, und der Bestandteil 要 yào gibt einen Aussprachehinweis, nämlich dass das Zeichen für Taille ähnlich ausgesprochen wird wie das Zeichen für „wollen, werden“.Solche Bestandteile von Schriftzeichen, die einen Aussprachehinweis geben, nennt man auch „Phonetika“.


Beispiel 2:


bāo

Tasche, einwickeln


bāo

Körperzelle


bào

umarmen


bǎo

satt

Ein weiteres Beispiel ist das Wort 包 bāo, das „einwickeln“ oder „Tasche“ bedeutet. Fügt man ihm das Fleischradikal 月 hinzu, entsteht das Zeichen für „Körperzelle“ 胞, das bāo gesprochen wird. Fügt man das Handradikal 扌hinzu, ergibt sich das Verb „umarmen“ 抱, gesprochen bào. Und ergänzt man das Essens-Radikal  , entsteht das Schriftzeichen 饱 bǎo für „satt“. In allen drei Fällen fungiert der Bestandteil 包 bāo also Phonetium und gibt damit einen Aussprachehinweis.




Kann's jetzt losgehen mit dem Sprechen?

Aber hallo!


Hier geht's zu unserem 1. Lektionsdialog:

Lektion 1: Am Bahnhof




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