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Chinesisch für Einsteiger
- Online Chinesisch lernen ohne Vorkenntnisse!


Alle Lektionen: 

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Lektion 14:

"Ich platz' gleich - die Rechnung, bitte!"

Fúwùyuán, mǎidān!


Location: Im China-Restaurant

China ist das Land des Essens, so viel hat Lena bei ihren Treffen mit chinesischen Freunden schon mitbekommen. Kein ausgelassenes Zusammensein ohne ausreichend kulinarische Unterfütterung. Diesmal hat Lenas Kollegin Xiao Liu sie in ein authentisches China-Restaurant in der Innenstadt eingeladen und dermaßen vollgestopft, dass sie keinen Bissen mehr herunterbekommt. Auch haben die beiden gemeinsam einige Flaschen Tsingtao-Bier geleert. Also ordert Xiao Liu die Rechnung...


Was du in dieser Lektion lernst:

Kommunikation:

● Fragen, ob jemand satt ist

● sagen, dass man nichts mehr herunterbekommt

● die Rechnung ordern und im Restaurant bezahlen

● sagen, dass man so voll ist, dass man sich nicht mehr bewegen kann

Grammatik:

● „Zahlen, bitte!“ – Die Rechnung ordern mit mǎidān und  jiézhàng 

● Verlaufen, verschlucken, versprechen – Resultative Komplemente im Chinesischen

● Können oder nicht können – bù und de2 in Verbindung mit Resultativkomplementen

Kulturhighlight:

● Die Baijiu-Challenge - Wie man ein chinesisches Bankett ohne Schnaps-Kollaps verlässt

a

Lektionsdialog 14:




Xiao Liu:

Nǐ chībǎo le ma? Zài chī yīdiǎn ba!

Du – essen – satt – LE – MA? Nochmals – essen – ein bisschen – BA (Aufforderung/Vorschlag)!

Bist du satt geworden? Iss doch noch ein bisschen!

你吃饱了吗?再吃一点吧!

Lena:

Wǒ chībǎo le, zhēn de chībuxià le,

Ich – essen – satt – LE, wirklich – essen – nicht (können) – herunter – LE

Ich bin satt. Ich bekomm‘ wirklich nichts mehr herunter, 

我吃饱了,真的吃不下了,

kuài yào bàozhà le.

gleich – werden – explodieren – LE.

ich platz‘ gleich."

快要爆炸了。

Xiao Liu:

Nǐde píjiǔ dōu hái méi hēwán ne.

Dein – Bier – alles – noch – nicht – trinken – zu Ende – ne.

Du hast ja noch nicht einmal dein Bier ausgetrunken.

你的啤酒都还没喝完呢。

Lena:

Shízài hēbuwán, wǒ yǐjīng hē zuì le.

Wahrhaftig – trinken – nicht (können) – zu Ende, ich – schon – trinken – betrunken – LE.

Ich kann das wirklich nicht mehr austrinken. Ich bin ja jetzt schon besoffen.

实在喝不完,我已经喝醉了。

Xiao Liu:

Nà zánmen zǒu ba.

Na – wir (inklusiv) – gehen – BA (Aufforderung/Vorschlag).

Na dann lass uns zwei gehen.

那咱们走吧,

Fúwùyuán, mǎidān!

Bedienung, kaufen – Rechnung!

Bedienung, zahlen bitte!“

服务员,买单!



Xiao Liu:

Duōshao qián?

Wie viel – Geld?

Wie viel macht das?"

多少钱?

Kellnerin:

Yīgòng shíqī kuài bā.

Zusammen/insgesamt – 17 – Kuai – acht.

Das wären zusammen 17 Euro achtzig.

一共17块8。

Xiao Liu:

Gěi nín èrshí ōu, bù yòngzhǎo le.

Geben – Ihnen – 20 – Euro, nicht – brauchen – wechseln – LE.

Hier haben Sie 20 Euro. Stimmt so!"

给您二十欧,不用找了。

Kellnerin:

Xièxie. Mànzǒu, huānyíng zài lái!

Danke, langsam – gehen, willkommen – wiederkommen.

Dankeschön, schönen Tag noch. Beehren Sie uns bald wieder."



谢谢,慢走,欢迎再来。

Xiao Liu:

Léinà, yàobú zánmen zài qù guàngjiē?

Lena, ansonsten/oder – wir (inklusiv) – noch einmal – gehen – bummeln – Straße?

Lena, was hältst du davon, wenn wir noch mal bummeln gehen?"

雷娜,要不咱们再去逛街?

Lena:

Wǒ chī de tài duō,

Ich – essen – de2 – zu – viel,

Ich hab‘ zuviel gegessen

我吃得太多,

zhēnde zǒubudòng le, lèisǐ le.

wirklich - laufen – nicht (können) – bewegen – LE, müde sein – tödlich – LE.

und kriege wirklich keinen Fuß mehr vor den anderen, bin totmüde."

真的走不动了,累死了。

Xiao Liu:

Zěnme zhème bù gěilì!

Wieso – derart/so – nicht – geben Kraft!

Wie kann es sein, dass du so schlapp machst!

怎么这么不给力!

Hǎo ba hǎo ba, nà jiù huíjiā ba.

Na gut – na gut, dann – eben/halt – nach Hause gehen – BA (Vorschlag/Aufforderung).

Na gut, na gut, dann gehen wir eben heim."

好吧好吧,那就回家吧。

Lena:

Hǎo!

Gut!

Okay!"

好!


Vokabeln



Vokabeln:




吃饱

chībǎo 

v+res 

sich sattessen

吃不下

chībuxià

v+bu+res 

nichts mehr herunterbekommen, nicht mehr essen können (wörtl. "essen - nicht (können) - herunter")

爆炸

bàozhà 

v

explodieren, platzen

实在

shízài

adj/adv 

wirklich, echt, wahrhaftig, tatsächlich


喝完

hēwán 

v+res

austrinken, zu Ende trinken, fertig trinken (wörtl. "trinken - zu Ende")

喝不完

hēbuwán

v+bu+res 

nicht zuende trinken können, es nicht schaffen, auszutrinken


zuì 


berauscht, betrunken, besoffen

喝醉

hēzuì

v+res 

sich in einen Rausch trinken, betrunken sein (wörtl. "trinken - berauscht")


买单

mǎidān

vo 

bezahlen, die Rechnung begleichen; Die Rechnung, bitte! Zahlen, bitte! (wörtl. "die Rechnung kaufen")

服务员

fúwùyuán


Bedienung, Kellner/in, Servicekraft (wörtl. Service-Angestellter); Anrede für Kellner und Servicepersonal 

不用找了

bú yòng zhǎo le


Stimmt so! (wörtl. "nicht brauchen herausgeben/wechseln")

逛街

guàngjiē

vo 

bummeln, die Straße entlangbummeln, einen Schaufensterbummel machen, shoppen gehen (wörtl. "bummeln - Straße")


走不动

zǒubudòng

v+bu+res 

nicht mehr laufen können, keinen Fuß mehr vor den anderen setzen können (wörtl. "gehen - nicht (können) - bewegen")

累死

lèisǐ

v+res 

todmüde, todmüde sein (wörtl. "müde - tot/sterben")

给力

gěilì



mitziehen, Kraft spenden (wörtl. "geben - Kraft"), ugs. auch: cool (sein), großartig (sein) 

好吧

hǎo ba


ugs. na gut, na okay




Die Grammatik-Highlights dieser Lektion:


1. „Zahlen, bitte!“ – mǎidān und jiézhàng

Ein unverzichtbares Tool ist natürlich, auf Chinesisch die Rechnung zu bestellen. Hierfür sollte man zunächst wissen, dass in China Kellner, Restaurantbedienungen und Barkeeper sowie manchmal auch anderes Servicepersonal mit Fúwùyuán 服务员 angesprochen werden. In einfacheren Restaurants und weniger urbanen Gegenden ist es durchaus üblich (und oft auch nötig!), durch ein laut gerufenes „Fúwùyuán!“ auf sich aufmerksam zu machen, um die Bedienung erfolgreich herbeizurufen.

Nach der Rechnung fragt man im Chinesischen meist mit der Formulierung "Mǎidān!" 买单, was wörtlich „die Rechnung kaufen“ bedeutet. Eine Alternative ist die ein kleinwenig förmlichere Variante "Jiézhàng!" 结账, wörtlich „abrechnen, Abrechnung“.


Zwei nützliche Ausrufe lauten also:

服务员,买单!

Fúwùyuán, mǎidān!

Bedienung, kaufen – Rechnung!

„Bedienung, zahlen bitte!“

服务员,结账!

Fúwùyuán, jiézhàng!

Bedienung, abrechnen!

„Bedienung, die Rechnung bitte!“



2. Verlaufen, verschlucken, versprechen

– Resultative Komplemente im Chinesischen


Letztlich kommt es doch auf das Ergebnis an, oder? Dieses Motto gilt zumindest im Chinesischen für die sogenannten resultativen Komplemente, eine weitere spannende Besonderheit der chinesischen Sprache! 

Resultative Komplemente können im Chinesischen an ein Verb angehängt werden, um das Ergebnis einer Handlung zu beschreiben

Klingt fremdartig?

Ist es aber eigentlich gar nicht, wie ein Blick in unsere eigene Muttersprache zeigt. Denn auch wir haben in manchen Fällen feste Formen, um über das Resultat von Handlungen zu sprechen:

So sprechen wir zum Beispiel davon, etwas „zu Ende“ oder „fertig“ zu machen und beschreiben damit das Resultat einer Tätigkeit (z.B. seinen Kaffee zu Ende trinken, seine Pizza fertigessen/aufessen, einen Film zu Ende sehen usw.). Auch werden manchmal Dinge „zu Tode“ getan (z.B. sich totlachen, sich zu Tode langweilen, ein Thema totschweigen, jemanden zu Tode beleidigen etc.).

Auch das Anfügen bestimmter Vorsilben an ausgewählte Verben kann im Deutschen manchmal einen Hinweis darauf geben, worauf eine bestimmte Handlung hinausläuft. So gibt die deutsche Vorsilbe „ver-“ oft einen Hinweis darauf, dass etwas schiefläuft (z.B. laufen vs. verlaufen, schlucken vs. verschlucken, sprechen vs. versprechen, hauen vs. verhauen (z.B. eine Prüfung), rechnen vs. verrechnen usw.).

Im Chinesischen gibt es nun ein festes Set an Wörtern, die das Resultat einer Handlung beschreiben. Sie werden direkt an das Hauptverb eines Satzes angefügt. Jedes chinesische Verb besitzt einige solcher Komplemente, die oft mit ihm gemeinsam auftreten. Im Pinyin werden Verb und Resultativkomplement meist zusammengeschrieben.



Beispiel 1: "essen"


chī

essen

essen

吃完

chīwán

essen – zu Ende

aufessen, fertig essen

吃饱

chībǎo

essen – satt

sich sattessen, satt sein

吃够

chīgòu

essen – ausreichend

genug gegessen haben, ausreichend gegessen haben

吃腻

chīnì

essen – satthaben

ein Nahrungsmittel über haben/nicht mehr sehen können

吃惯

chīguàn

essen – gewohnt sein

sich an ein Nahrungsmittel gewöhnt haben


Beispiel 2: "machen"


zuò

machen, tun, erledigen

machen, tun, erledigen

做完

zuòwán

machen – fertig

etwas fertig machen, zu Ende machen

做好

zuòhǎo

machen - gut

etwas gut machen

做到

zuòdào

tun – erreichen

etwas erfolgreich erledigen

做错

zuòcuò

machen – falsch

etwas falschmachen

做腻

zuònì

machen – satthaben

satthaben, etw. zu machen


Manchmal bilden chinesisches Verb und Resultativkomplement in der deutschen Übersetzung auch eine feste Sinneinheit bzw. werden mit einem seperaten Verb wiedergegeben:


Beispiele:


zhǎo 

suchen

suchen

找到

zhǎodào

suchen - erreichen

finden



shuō

sagen, sprechen

sagen, sprechen

说好

shuōhǎo

sagen – gut/erfolgreich

abmachen, zusagen


Da es sich bei Handlungen, die ein Resultat aufweisen, meist um etwas Abgeschlossenes handelt, tauchen Resultativkomplemente oft in Verbindung mit der Partikel le auf, die wir bereits aus Grüntee-Lektion Nummer 9 kennen. 


Beispiele:

我写完了。

Wǒ xiěwán le.

Ich – schreiben – zu Ende – LE.

Ich habe es fertig geschrieben.

他说错了。

Tā shuōcuò le.

Er – sagt – falsch – LE.

Er hat sich versprochen.


Die Verneinung von Verb und Resultativkomplement


Verneint werden Sätze mit Resultativkomplement genauso wie le-Sätze mit dem Adverb méiyǒu 没有 oder der Kurzform i 没, wobei die Partikel le 了 in diesem Fall entfällt, wie wir bereits in Lektion 9 gesehen haben.


Beispiele:

我没有写完。

Wǒ méiyǒu xiěwán.

Ich – nicht – schreiben – zu Ende.

Ich habe es nicht fertig geschrieben.

他没说错。

Tā méi shuōcuò.

Er – nicht – sagen – falsch.

Er hat sich nicht versprochen.


Wichtig: Auch wenn eine Verb-Objekt-Verbindung vorliegt, wie wir sie in Lektion 11 („Sorry, ich versteh nur Bahnhof!“) kennen gelernt haben, muss das Resultativkomplement direkt nach dem Verb folgen.



Beispiele:

吃完饭

chīwán fàn

essen – zu Ende – Reis

fertig essen

看完书

kànwán shū

lesen – zu Ende – Buch

zu Ende lesen

说错话

shuōcuò huà

sagen – falsch – Worte

etwas falsch sagen, sich versprechen



3. Können oder nicht können

– de2 und bù in Verbindung mit dem Resultativkomplement


In Lektion 8 („Eins, zwei, drei – Aubergine!“) haben wir gesehen, dass es mit Hilfe der Modalverben kěyǐ, huì und néng verschiedene Möglichkeiten gibt, das Verb „können“ im Chinesischen auszudrücken. In dieser Lektion lernen wir nun noch einen weiteren Weg kennen, im Chinesischen eine Fähigkeit oder Möglichkeit auszudrücken.

Unter Punkt 2 haben wir ja bereits ausführlich über die Resultativkomplemente gesprochen. Tritt nun zwischen das Verb und sein Resultativkomplement die Partikel de2 得 (die wir schon aus Lektion 8 zum Anschluss von Adverbien kennen – z.B. shuō de kuài 说得快 „schnell sprechen“), lässt sich damit ausdrücken, dass die besagte Person (oder das besagte Ding) in der Lage ist, das darauffolgende Resultat zu erreichen.


Beispiele:

我听懂了。

Wǒ tīngdǒng le.

Ich – hören – verstehen – LE.

„Ich habe es verstanden.“

我听得懂。

Wǒ tīng de dǒng.

Ich – hören – de2 (können) – verstehen.

„Ich kann es verstehen./ Ich bin in der Lage, zu verstehen.“

我吃饱了。

Wǒ chībǎo le.

Ich – essen – satt – LE.

„Ich habe mich sattgegessen.“

我吃得饱。

Wǒ chī de bǎo.

Ich – essen – de2 (können) – satt. 

„Ich kann mich sattessen.“ (im Sinne von: Es ist genug da, dass ich satt werden kann.)

他找到了。

Tā zhǎodào le.

Er – suchen – erreichen – LE.

„Er hat es gefunden.“

他找得到。

Tā zhǎo de dào.

Er – suchen – de2 (können) – erreichen.

„Er ist in der Lage, es zu finden.“ (z.B. den Weg zur U-Bahn).


Um auszudrücken, dass jemand zu etwas nicht in der Lage ist bzw. dass jemand das genannte Resultat nicht erreichen kann, stellt man zwischen Verb und Komplement einfach das Verneinungsadverb 不.


Beispiel:

我听不懂。

Wǒ tīng bu dǒng.

Ich – hören – nicht (können) – verstehen.

„Ich kann das nicht verstehen.“

我吃不饱。

Wǒ chī bu bǎo.

Ich – essen – nicht (können) – satt.

„Ich kann nicht satt werden. / Ich werde nicht satt.“

他找不到。

Tā zhǎo bu dào.

Ich – suchen – nicht (können) – erreichen.

„Er kann es nicht finden. / Er findet es nicht. / Er ist nicht in der Lage, es zu finden.“

Beispieldialog:

小刘知道车站怎么走吗?她找得到吗?

Xiǎo Liú zhīdào chēzhàn zěnme zǒu ma? Tā zhǎo de dào ma?

Xiao Liu – wissen – Haltestelle – wie – gehen – MA? Sie – finden – de2 – erreichen/erfolgreich – MA?

„Weiß Xiao Liu, wie sie zur Bushaltestelle kommt? Findet sie es?“

她没去过,她肯定找不到。我们送她吧!

Tā méi qùguo, tā kěndìng zhǎo bu dào. Wǒmen sòng tā ba!

Sie – nicht – gehen – schon einmal, bestimmt – suchen – nicht - erreichen/erfolgreich. Wir – bringen/begleiten – sie – BA (Aufforderung/Vorschlag)!

„Sie war noch nie dort. Das findet sie bestimmt nicht. Wir sollten sie hinbringen!“


Weitere nützliche Vokabeln aus unseren Beispielsätzen:



Weitere Vokabeln:





结账

jiézhàng

vo

abrechnen, Abrechnung; Die Rechnung, bitte!

zhǎo

v

suchen; herausgeben (Wechselgeld)

找到

zhǎodào

v+res 

finden (wörtl. "erfolgreich suchen")

肯定

kěndìng

adv 

bestimmt, sicherlich, auf jeden Fall



Kulturhighlight:


Die Baijiu-Challenge - Wie man ein

chinesisches Bankett ohne Schnaps-Kollaps verlässt

Die Baijiu-Challenge - Wie man ein chinesisches Bankett ohne Schnaps-Kollaps verlässt

In westlichen Kreisen herrscht manchmal das Vorurteil, Chinesen tränken keinen Alkohol. Wer einmal an einem offiziellen chinesischen Bankett bzw. Geschäftsessen teilgenommen hat, weiß, dass sich dieses Vorurteil nicht bewahrheitet. 


Mit reichlich Hochprozentigem anzustoßen, ist auch bei Chinesen ein beliebtes Ritual, um die Stimmung aufzulockern. Wer als Westler naiv in eine solche Veranstaltung stolpert, dem kann es schon mal passieren, dass er am Ende des Abends kaum noch gerade laufen kann. Chinesische Gastgeber machen manchmal einen regelrechten Sport daraus, die Gäste aus der Ferne nach allen Regeln der Kunst abzufüllen.


Die Geheimwaffe der Chinesen - Báijiǔ 

Báijiǔ 白酒 bedeutet wörtlich „weißer Alkohol“ oder „klarer Schnaps“. Es handelt sich dabei um chinesischen Getreideschnaps bzw. Kornbrand, der hauptsächlich aus Hirse (Sorghum) hergestellt wird, manchmal auch aus anderen Halmgetreiden oder sogar Bohnen.

Chinesischer Baijiu enthält üblicherweise Alkoholkonzentrationen von 50 bis 65 Prozent. Für westliche Gaumen ist der starke, teils beißende Geruch und Geschmack chinesischer Kornbrände eher gewöhnungsbedürftig. Henry Kissinger soll Maotai, den berühmtesten unter Chinas Getreideschnäpsen, einmal mit Kerosin verglichen haben, als er im Zuge der Annäherung zwischen den USA und China bei einem Bankett damit konfrontiert wurde.


Wie läuft ein typisches chinesisches Trinkgelage ab?

Zu Beginn des Essens wird das bereits am Platz bereitgestellte kleine Baijiu-Schnapsglas jedes Gastes gefüllt. Meist steht daneben noch eine kleine Baijiu-Karaffe. Die Person mit dem höchsten Rang unter den Gastgebern spricht in der Regel einen kleinen Toast und gibt das Zeichen, das Glas zu heben und (nach Möglichkeit!) zu leeren. Nicht umsonst heißt „Prost!“ auf Chinesisch „Gānbēi!“  干杯, wörtlich „Trockne das Glas!“.

In einem weiteren Schritt werden Vertreter der Gastgeberdelegation während des Essens immer wieder an den Platz des ausländischen Gastes kommen, um mit ihm bzw. ihr anzustoßen. Auch hier gilt es als besonders höflich, das Glas nach dem Zuprosten zu leeren.

Wer sich als China-Kenner ausweisen will, steht nach einigen solchen „Besuchen“ von Gastgeberseite nun selbst auf, um am Platz des wichtigsten Vertreters der Gastgeberdelegation mit diesem anzustoßen.

Theoretisch läuft dieses Spielchen des Zuprostens und Glasleerens so lange, bis jeder Gast mindestens mit jedem anderen einmal das Schnapsglas geleert hat. Man kann sich also ausmalen, dass man bei einer größeren Runde gegen Ende des Banketts fast unter dem Tisch liegt.


Wie kann man sich vor dem Baijiu-Koma schützen?


(1) Von Anfang an vortäuschen, man vertrage keinen Alkohol

Mit dieser Strategie fährt man am sichersten, auch wenn die chinesischen Gastgeber sicherlich noch eine Weile versuchen werden, den ausländischen Besuch umzustimmen. Gelingt dies nicht, werden die Chinesen am Ende zwar sicher ein wenig enttäuscht sein, aber letztlich hat man in der Regel Verständnis dafür, wenn jemand gerne auf Alkohol verzichten möchte.



(2) Auf Bier oder Rotwein ausweichen

Bier und Rotwein gehören in den meisten chinesischen Restaurants ebenfalls zum Standardsortiment an alkoholischen Getränken. Vor allem mit Bier statt Baijiu haben Westler immer wieder gute Erfahrungen gemacht, weil sich damit im Anstoß-Marathon wesentlich länger durchhalten lässt.



(3) Nur trinken, wenn man aufgefordert wird 

Ein weiterer kleiner Trick, um die Abfüllmenge in Grenzen zu halten, ist es, nicht zu oft von selbst Vertreter der Gastgeberdelegation aufzusuchen und ihnen zuzuprosten. So kann man zumindest einen kleinen Teil der flüssigen Prozente einsparen. Da zudem davon ausgegangen wird, dass Westler mit der chinesischen Trinkkultur ohnehin nicht allzu bewandert sind, wird einem diese kleine Unhöflichkeit meist großzügig verziehen werden. 



(4) Das Glas nicht immer leeren

„Prost!“ heißt auf Chinesisch wie gesagt wörtlich „Trockne das Glas!“ – und dieser Name ist meist Programm. Es gilt als besonders höflich, mit dem Gegenüber „auf ex“ zu trinken, vor allem beim gemeinsamen Anstoßen zur Eröffnung des Banketts. Doch in den Einzelrunden kann man von diesem Usus ruhig das eine oder andere Mal abweichen, um die eigene Haut zu retten. Man muss allerdings darauf gefasst sein, dass die Chinesen teils lautstark protestieren und stets versuchen werden, den ausländischen Gast doch noch dazu zu animieren, den Schnaps auch wirklich bis zum letzten Tropfen auszutrinken. Hier gilt: einfach hart bleiben!



(5) Essen, essen, essen

Dieses Prinzip kennen wir bereits aus Deutschland – nichts ist so wirksam, wie eine passable Grundlage zu schaffen. Achtung allerdings: sättigende Beilagen wie Reis, Nudeln oder Pfannkuchen werden in China in der Regel erst gegen Ende eines offiziellen Essens gereicht. Dies sollte man also im Hinterkopf behalten, wenn man die eigene Baijiu-Schmerzgrenze vorkalkuliert.



Letztlich gilt aber: jeder so viel, wie er verträgt! 

Wer also schon ordentlich einen im Tee hat, sollte sich die nächsten Runden dann doch besser an genau diesen halten und seine Baijiu-Schmerzgrenze nicht weiter strapazieren. Erfahrungsgemäß zählen für chinesische Gastgeber der gute Wille und die Harmonie am Tisch. Mit mangelnder Trinkfestigkeit schindet man zwar keinen großen Eindruck, letztlich wird sie aber großzügig verziehen werden, um die „Harmonie“ am Tisch zu wahren. Insbesondere, wenn man stattdessen mit einem anderen Trumpf aufwarten kann: Kenntnissen in der chinesischen Sprache!


Noch mehr feuchtfröhliche Chinesischvokabeln

findet ihr in unserem Vokabelset:



"Hochprozentiges ... in 20 Worten"


Übungsteil: Trainiere deine Chinesisch-Sprechmuskeln!

Eine Fremdsprache zu lernen, ist letztlich keine Wissenschaft, sondern eine praktische Fertigkeit! Genauso wie Schnürsenkel binden oder einen Schlag beim Tennis bzw. einen Bewegungsablauf beim Schwimmen einzuüben, ist auch das Sprechen einer neuen Sprache eine Fähigkeit, die man erst dadurch erlernt und verbessert, dass man sie aktiv trainiert, immer wieder einübt und so automatisiert!

Also: Jetzt bist du gefragt! Am Ende jeder Lektion hast du hier die Möglichkeit, alle Lektionssätze noch einmal einzeln in aller Ruhe anzuhören und vor allem aktiv nachzusprechen und einzuüben.


Also - los geht's! 

Nǐ chībǎo le ma?

Du – essen – satt – LE – MA?

Bist du satt geworden?

你吃饱了吗?

Zài chī yīdiǎn ba!

Nochmals – essen – ein bisschen – BA (Aufforderung/Vorschlag)!

Iss doch noch ein bisschen!

再吃一点吧!

Wǒ chībǎo le.

Ich – essen – satt – LE.

Ich bin satt." 

我吃饱了

Wǒ zhēn de chībuxià le.

Ich – wirklich – essen – nicht (können) – herunter – LE.

Ich bekomm‘ wirklich nichts mehr herunter." 

我真的吃不下了

Wǒ kuài yào bàozhà le.

Ich  gleich – werden – explodieren – LE.

Ich platz‘ gleich."

快要爆炸了。

Nǐde píjiǔ dōu hái méi hēwán ne.

Dein – Bier – alles – noch – nicht – trinken – zu Ende – ne.

Du hast ja noch nicht einmal dein Bier ausgetrunken.

你的啤酒都还没喝完呢。

Shízài hēbuwán.

Wahrhaftig – trinken – nicht (können) – zu Ende.

Ich kann das wirklich nicht mehr austrinken.

实在喝不完。

Wǒ yǐjīng hē zuì le.

Ich – schon – trinken – betrunken – LE.

Ich bin ja jetzt schon besoffen.

我已经喝醉了。

Nà zánmen zǒu ba.

Na – wir (inklusiv) – gehen – BA (Aufforderung/Vorschlag).

Na dann lass uns zwei gehen."

那咱们走吧!

Fúwùyuán, mǎidān!

Bedienung, kaufen – Rechnung!

Bedienung, zahlen bitte!“

服务员,买单!

Duōshao qián?

Wie viel – Geld?

Wie viel macht das?"

多少钱?

Yīgòng shíqī kuài bā.

Zusammen/insgesamt – 17 – Kuai – acht.

Das wären zusammen 17 Euro achtzig.

一共17块8。

Gěi nín èrshí ōu, bù yòngzhǎo le.

Geben – Ihnen – 20 – Euro, nicht – brauchen – wechseln – LE.

Hier haben Sie 20 Euro. Stimmt so!"

给您二十欧,不用找了。

Mànzǒu, huānyíng zài lái!

Langsam – gehen, willkommen – wiederkommen.

Schönen Tag noch. Beehren Sie uns bald wieder."

慢走,欢迎再来。

Yàobú zánmen zài qù guàngjiē?

Ansonsten/oder – wir (inklusiv) – noch einmal – gehen – bummeln – Straße?

Was hältst du davon, wenn wir noch mal bummeln gehen?"

要不咱们再去逛街?

Wǒ chī de tài duō.

Ich – essen – de2 – zu – viel.

Ich hab‘ zuviel gegessen."

我吃得太多

Zhēnde zǒubudòng le, lèisǐ le.

Wirklich - laufen – nicht (können) – bewegen – LE, müde sein – tödlich – LE.

Ich kriege wirklich keinen Fuß mehr vor den anderen, bin totmüde."

真的走不动了,累死了。

Zěnme zhème bù gěilì!

Wieso – derart/so – nicht – geben Kraft!

Wie kann es sein, dass du so schlapp machst!

怎么这么不给力!

Hǎo ba, nà jiù huíjiā ba.

Na gut, dann – eben/halt – nach Hause gehen – BA (Vorschlag/Aufforderung).

Na gut, dann gehen wir eben heim."

好吧,那就回家吧。





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