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Chinesisch für Einsteiger
- Online Chinesisch lernen ohne Vorkenntnisse!



Sprechtraining 1

Die chinesischen Töne




Was du in diesem Teil lernst:

• Was man unter den „Tönen“ einer Tonsprache versteht

• Wie die Töne des Chinesischen ausgesprochen werden


Vielen von euch dürfte bereits bekannt sein, dass das Chinesische eine Tonsprache ist. Doch was bedeutet das eigentlich? 

Das heißt, dass jede Silbe des Chinesischen einen bestimmten Tonverlauf hat. Die Stimme hebt und senkt sich also beim Sprechen nach einem vorgegebenen Muster. 


Klingt fremd? Ist es aber eigentlich gar nicht! 

Denn auch im Deutschen kennen wir solche Tonverläufe. Allerdings sind sie bei uns nicht auf der Wortebene relevant, sondern auf der Ebene ganzer Sätze!

Geht man im Deutschen zum Beispiel bei der Aussprache des letzten Wortes eines Satzes mit der Stimme nach oben, so kann man einen gewöhnlichen Aussagesatz in eine Frage verwandeln.


Beispiel:

Aussagesatz:

Fragesatz:

„Du gehst.“ 

„Was? Du géhst?“ 

abfallender Tonverlauf

ansteigender Tonverlauf

Aussagesatz:

„Du gehst.“ 

abfallender Tonverlauf

Fragesatz:

„Was? Du géhst?“ 

ansteigender Tonverlauf

Lässt man dagegen den Tonverlauf unseres obigen Beispielsatzes zum Satzende hin scharf abfallen, wird aus dem Aussagesatz schnell eine Aufforderung oder ein Befehl.


Beispiel:

Aufforderung/Befehl:

„Es reicht! Du gèhst!“

scharf abfallender Tonverlauf


Beispiel:

Aufforderung/Befehl:

„Es reicht! Du gèhst!“

scharf abfallender Tonverlauf


Wir kennen also auch im Deutschen „Töne“, nur haben diese bei uns eine andere Funktion.

Im Chinesischen sind solche Töne dagegen für jede Silbe und jedes einzelne Wort relevant! Hier ist der Tonverlauf einzelner Wörter nämlich bedeutungsunterscheidend. 

Das heißt: Spricht man eine Silbe in einem anderen Ton aus als gewollt, klingt das entweder komisch (so wie wenn man bei uns im Deutschen Silben falsch zusammenziehen würde, z.B. „Blu –mento – pferde“), oder es kann sich daraus eine völlig andere Bedeutung ergeben (genauso wie im Deutschen eine Frage schnell als gewöhnliche Aussage erscheinen mag, wenn wir es versäumen, am Ende des Satzes unsere Stimme anzuheben).


Doch – keine Panik!

Gewiss, das Erlernen der Töne ist ein wichtiger Schlüssel zum Beherrschen der chinesischen Sprache, doch auch kein Grund zur Verzweiflung! Am Anfang muss längst nicht immer alles perfekt sein, um von Chinesen verstanden zu werden. Denn auch wenn ihr den einen oder anderen Ton nicht eindeutig trefft, können euch Muttersprachler in der Regel meist dennoch verstehen, da sie die Bedeutung von Wörtern, deren Tonverlauf nicht ganz sauber getroffen wurde, meist aus dem Kontext erschließen können.

Also: Weg mit übermäßigem Perfektionismus und her mit dem Spaß am Üben und Lernen!

Denn: Die chinesische Sprache ist der Schlüssel zu einer faszinierenden anderen Kultur. Und der passt auch ins Schloss, wenn er nicht immer an allen Kanten ganz abgerundet ist! 



Die Töne des Chinesischen im Überblick

Insgesamt unterscheidet man vier verschiedene Töne im Chinesischen. Hinzu kommt noch ein sogenannter schwacher Ton, der eigentlich nur ein Ausklingen des vorherigen Tones ist. 

In der Lautumschrift Pinyin werden die Töne durch Tonstriche über den Vokalen dargestellt.


Tonhöhenverlauf der vier Töne und ihre Pinyin-Umschrift




Wichtig:

Bei der Aussprache der chinesischen Töne geht es nicht wie beim Singen oder Musizieren um das Treffen bestimmter Tonlagen (Töne wie a, e oder f in der Musik), sondern darum, mit der Stimme bestimmte Tonhöhenverläufe abzubilden, sprich um das Heben bzw. Senken der Stimme nach bestimmten Mustern. 

Das heißt: Je nach persönlicher Stimmlage kann zum Beispiel eine Person, die gewöhnlich sehr tief spricht, beim Sprechen des 2. Tons (ansteigender Tonverlauf, ähnlich einer deutschen Frage) insgesamt tiefer ansetzen und stimmlich weniger weit nach oben auslaufen als eine Person, die normalerweise in einer etwas höheren Tonlage spricht. Es geht also nicht um absolute Tonhöhen, sondern um das Heben und Senken der Stimme relativ zur eigenen „Normalstimmlage“.



Die chinesischen Töne zum Anhören und Nachsprechen

Im Folgenden stellen wir euch alle vier Töne und ihre Aussprache ausführlich einzeln vor. Außerdem haben wir jeweils eine kleine Hör- und Sprechübung für euch vorbereitet.

Also: Gleich mitmachen!

Jetzt heißt es: Raus aus der Komfortzone und gleich mutig mitmachen! Denn eine Sprache lebt schließlich erst dadurch, dass wir sie aktiv sprechen, und auch nur so werdet ihr beim Lernen Fortschritte machen!

Und so funktioniert’s:

Für jeden der Töne haben wir für euch einige chinesische Wörter, die im jeweiligen Ton gesprochen werden, zusammengestellt. 

Hört euch also am besten erst einmal gemütlich das Übungsaudio an, um ein erstes Gefühl für den Klang der Töne zu bekommen. 

In einem zweiten Schritt seid dann ihr selbst gefragt! Hinter jedem der Wörter haben wir nämlich bei der Aufnahme eine kurze Sprechpause gelassen. Versucht also in einem nächsten Schritt, jedes Wort direkt nachzusprechen! Eine perfekte Übung, um ein erstes Gefühl für den Klang der chinesischen Sprache zu bekommen und eure Sprechmuskeln zu lockern. 

Keine Scheu und gleich mutig mitmachen! Ihr werdet sehen – chinesische Töne machen eine Menge Spaß!


Also – los geht's!



1. Ton: hoch und gleichbleibend

Der erste Ton des Chinesischen wird gleichbleibend hoch gesprochen. Er wirkt auf deutsche Ohren also fast gesungen. Seine Tonstärke ist gleichbleibend. Im Pinyin wird der erste Ton durch einen Balken über dem Vokal symbolisiert.



a



Sprechübung 1:


shū

Buch 


bāo

Tasche


māo

Katze


dān

Liste 



ziehen


bēi

Tasse



2. Ton: steigend

Der zweite Ton setzt etwas tiefer an als der erste Ton und steigt dann an. Im Deutschen gebrauchen wir einen ähnlichen Tonverlauf, wenn wir die Stimme am Satzende einer Frage anheben (z.B. „Du géhst?“). Der zweite Ton wird zudem ein wenig kürzer gesprochen als der erste Ton und die Tonstärke nimmt im Verlauf der Silbe leicht zu. Im Pinyin wird der zweite Ton durch einen ansteigenden Schrägstrich markiert.



a



Sprechübung 2:


bái

weiß 


lán

blau



Glück



Rätsel 



lesen 


máo

Fell 


3. Ton: fallend-steigend

Bei der Artikulation des dritten Tons geht die Stimme aus mittlerer Stimmlage zunächst leicht nach unten, verweilt dort kurz und steigt anschließend wieder an. Der dritte Ton wird außerdem etwa 15 bis 20 Prozent länger gesprochen als der erste Ton. Er ist damit der chinesische Ton mit der längsten Tondauer. Die Tonstärke ist am Anfang am lautesten, fällt dann zur Mitte hin ab und steigt am Ende der Silbe wieder geringfügig an. In der Pinyin-Umschrift wird der dritte Ton durch ein Häkchen über dem Vokal markiert.



a



Sprechübung 3:


lǎo

alt


mǎi

kaufen



Griff


běi

Norden



Stift



Pferd


4. Ton: fallend

Beim vierten Ton ist der Tonverlauf scharf abfallend. Er erinnert im Deutschen an die Betonung eines Befehls wie zum Beispiel ein mit Nachdruck gesprochenes „Geh!“. Der vierte Ton hat eine in etwa 20 bis 25 Prozent kürzere Tondauer als der erste Ton und ist damit der kürzeste Vollton des Chinesischen. Die Tonstärke ist zum Ende hin stark abfallend. Im Pinyin wird dieser Ton durch einen abfallenden Schrägstrich über dem Vokal symbolisiert.



a



Sprechübung 4:


fàn

Reis



Vater

mào

Mütze


dàn

Ei



bezahlen



nicht


5. Der schwache Ton:

Ausklingen des vorherigen Tons

Der schwache Ton (oft auch neutraler oder leichter Ton genannt) bildet streng genommen den 5. Ton der chinesischen Sprache. Er klingt kurz und leicht und wird deshalb häufig nicht als eigener Ton betrachtet. Der schwache Ton hat weniger als 50 Prozent der Tondauer des ersten Tons und nur eine äußerst geringe Stärke.

Dieser „fünfte“ Ton tritt häufig in der hinteren Silbe zweisilbiger Wörter oder bei Wörtern mit zwei identischen aufeinander folgenden Schriftzeichen auf. Dabei wird die zweite Silbe weniger stark ausgesprochen als die erste, quasi als würde man den vorherigen Ton „ausklingen“ oder „auslaufen“ lassen. Im Pinyin steht der schwache Ton ohne besonderes Tonzeichen.






Sprechübung 5:

妈妈

māma

Mutter

馒头

mántou

Dampfbrot

姥姥

lǎolao

Oma (mütterlicherseits)

豆腐

dòufu

Tofu



Die vier Töne im Vergleich

Wir haben also gelernt, dass im Chinesischen der Tonverlauf die Bedeutung eines Wortes bestimmt. Aber sind die Töne wirklich so wichtig? Ja! Denn tatsächlich gibt es viele Wörter im Chinesischen, bei denen ein Tonwechsel einem Bedeutungswechsel gleichkommt! 

Anderer Ton, andere Bedeutung  - Beispiele gefällig?

Wir haben für euch hier einige Audiobeispiele zusammengetragen für Silben, die je nach Ton eine völlig andere Bedeutung tragen. 

Habt ihr die Mütze verlegt oder doch die Katze? Wollt ihr einen Topf kaufen oder doch ein ganzes Land? Mögt ihr Pferde oder doch Hanf? Die Töne machen hier den Unterschied!

Aber hört selbst!

Und wie gehabt: Die Übungsaudios auch gleich nachsprechen!


Hör- und Sprechübung:



Mutter



Hanf


Pferd



schimpfen



fēi

fliegen


féi

Fett

fěi

Bandit


fèi

Abfall



māo

Katze


máo

Fell

mǎo

nieten


mào

Mütze



guō

Topf


guó

Land

guǒ

Frucht


guò

vorübergehen



bāo

Tasche


báo

dünn, flach

bǎo

satt


bào

umarmen



Unser Lerntipp Plus:

Töne lernen mit Tonkombinationen!

Wie wir im Einleitungsteil gesehen haben, sind die meisten chinesischen Wörter zweisilbig. Das heißt, die oben gelernten Töne kommen in Wörtern in Tonkombinationen oder anders gesagt in bestimmten Abfolgen vor (z.B. Ton 1 + Ton 2, Ton 1 + Ton 3 usw.). 

Eine gute Strategie, um die Aussprache chinesischer Wörter systematisch zu meistern, ist es von daher, die vier (bzw. fünf) Töne nicht nur isoliert zu lernen, sondern sich nach und nach alle möglichen Tonkombinationen und ihre Aussprache einzuprägen.

Denn tatsächlich ist die Zahl möglicher Tonkombinationen im Chinesischen begrenzt! Es gibt insgesamt nur 20 mögliche Abfolgen, wie die folgende Tabelle zeigt: 


 20 chinesische Tonkombis für alle Fälle:

1

2

3

4

5


 咖啡
kāfēi
Kaffee

高楼
gāolóu
Hochhaus

斑马
bānmǎ
Zebra

书店
shūdiàn
Buchladen

包子
bāozi
Dampfbrötchen

2

红包
hóngbāo
 Geldumschlag

牛排
niúpái
Rindersteak

完美
wánměi
perfekt

团购
tuángòu
Gruppenkauf

馒头
mántou
Dampfbrot

3

饼干
bǐnggān
Keks

打牌
dǎpái
Karten spielen

老虎
lǎohǔ
Tiger

土豆
tǔdòu
Kartoffel

姥姥
lǎolao
Oma (♀)

4

蛋糕
dàngāo
Kuchen

豆芽
dòuyá
Bohnensprosse

上海
Shànghǎi
Shanghai

浪漫
làngmàn
romantisch

豆腐
dòufu 
Tofu


*Streng genommen handelt es sich sogar nur um 19 verschiedene Aussprachevarianten, da die Kombination aus Ton 2 und Ton 3 (完美 wánměi) aufgrund einer Tonangleichung, die wir in Lektion 1 kennen lernen werden, genauso ausgesprochen wird wie die Kombination aus Ton 3 und Ton 3 (老虎 lǎohǔ, gesprochen láohǔ).


 20 chinesische Tonkombis für alle Fälle:

1+1

 咖啡
kāfēi
Kaffee

1+2

高楼
gāolóu
Hochhaus

1+3

斑马
bānmǎ
Zebra

1+4

书店
shūdiàn
Buchladen

1+5

包子
bāozi
Dampfbrötchen




2+1

红包
hóngbāo
 Geldumschlag

2+2

牛排
niúpái
Rindersteak

2+3

完美
wánměi
perfekt

2+4

团购
tuángòu
Gruppenkauf

2+5

馒头
mántou
Dampfbrot




3+1

饼干
bǐnggān
Keks

3+2

打牌
dǎpái
Karten spielen

3+3

老虎
lǎohǔ
Tiger

3+4

土豆
tǔdòu
Kartoffel

3+5

姥姥
lǎolao
Oma (♀)




4+1

蛋糕
dàngāo
Kuchen

4+2

豆芽
dòuyá
Bohnensprosse

4+3

上海
Shànghǎi
Shanghai

4+4

浪漫
làngmàn
romantisch

4+5

豆腐
dòufu 
Tofu



*Streng genommen handelt es sich sogar nur um 19 verschiedene Aussprachvevarianten, da die Kombination aus Ton 2 und Ton 3 (完美 wánměi) aufgrund einer Tonangleichung, die wir in Lektion 1 kennen lernen werden, genauso ausgesprochen wird wie die Kombination aus Ton 3 und Ton 3 (老虎 lǎohǔ, gesprochen láohǔ).


Die obige Tabelle enthält für jede Aussprachevariante eine Stellvertretervokabel, die aus vergleichsweise einfachen Pinyin-Lauten (siehe Sprechtraining 2) besteht und die sich gut merken lässt. 


Keine Panik! Ihr müsst diese Tabelle jetzt nicht sofort auswendig lernen. Sie ist eher als langfristiger Begleiter für euren gesamten Lernprozess gedacht.


Unser Tipp: Während ihr unsere Sprachlektionen durcharbeitet, könnt und solltet ihr immer mal wieder auf dieser Seite vorbeischauen und eure Aussprache mit Hilfe der Audios in der obigen Tabelle üben, festigen und verfeinern! 









Und wie werden die Silben

der Pinyin-Umschrift genau ausgesprochen?


Hier geht's zu unserem

Aussprachetraining Teil 2:

Die Pinyin-Lautschrift






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a

a



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Alle Lektionen:

Lektion 1:

Lektion 2:

Lektion 3:

Lektion 4:

Lektion 5:

Lektion 6:

Lektion 7:

Lektion 8:

Lektion 9:

Lektion 10:

Lektion 11:

Lektion 12:

Lektion 13:

Lektion 14:

Lektion 15:

Aussprache 1:

Aussprache 2:

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